| LUNA mobil |
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| Sonntag, 02. Mai 2010 um 21:14 Uhr | |
LUNA gleicht einem Geisterhaus Die Materialschränke für Farben und Bastelzubehör in der Kinderetage sind leer geräumt; auch im Jugend-Café statt Spielkonsole und Bistrotische gähnende Leere; im Beatkeller und Kraftraum zeugen nur noch deutliche Spuren im Teppichboden von der Betriebsamkeit der letzten Jahre. Nur im Saal des Kinder- und Jugendzentums warten noch ein paar Reste auf Abholung. Nicht alles hat in den drei Containern, die schräg gegenüber auf dem Reichowplatz aufgestellt wurden, Platz gefunden. Und auch das Klavier sucht noch eine wohltemperierte Pension in der Nachbarschaft. Logistische Herausforderung Aber das LUNA-Team ist zufrieden, denn es konnte sein zweiwöchiges Zeitfenster für die Räumungsarbeiten einhalten und hat an die zweihundert Umzugskisten gepackt. „Es war schon eine logistische Herausforderung“, gesteht LUNA-Leiter Norbert Niermann, „schließlich mussten wir, bei jeder Kiste und allen Möbeln, Spielen, Requisiten, Werkzeugen und Materialien entscheiden, ob es für fünf Monate eingelagert wird oder über den Sommer zugänglich bleiben muss. Und das bei einem s.g. Raumbuch in dem die Architektin zweiundvierzig Räume ausweist plus diverser Flurabschnitte“ Und es galt auch sich von manch gutem Stück endgültig zu trennen, weil es schon lange keine Verwendung mehr in den Angeboten des Hauses fand. Vieles stammt noch aus der Erstausstattung vor über vierzig Jahren und landete nun auf dem Sperrmüll. „Aber die Fotolaborgeräte haben wir nach zehnjährigem Dornröschenschlaf an die Musik- und Kunstschule gegeben, wo das ein oder andere wieder in Betrieb genommen wird“, ergänzt Niermann. Jetzt wirkt das Kinder- und Jugendzentrum etwas gespenstisch und die kahlen Wände schreien erst recht nach einer Grundüberholung.
Handwerks-Betrieb Für Betrieb werden nun die Handwerker sorgen, die jetzt das Regiment im LUNA übernehmen: Bis zwei Wochen brauchen die Schadstoffsanierer, um Fußböden, Toilettenwände oder Isolierungen fachgerecht abzubauen, so dass keine Schadstoffe freigesetzt werden. Dann beginnen die eigentlichen Sanierungsarbeiten, allen voran an der Heizungsanlage, der gesamten Elektrik, der Dach- und Wandisolierung und nicht zuletzt den großen Fensterfronten. Fünf Monate hat das Planungsteam aus Fachleuten des ISB, Ingenieuren und Architektin dafür veranschlagt, dann soll das Gebäude energetisch dicht und brandschutztechnisch auf dem neusten Stand sein. Aus Not wird Tugend Aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen eine viel zu lange Zeit. Darum schafft das pädagogische Team Ersatzangebote für seine Zielgruppen. Für die Kurse konnten man mit Unterstützung des HES und des Bezirksamtes größten Teils Ersatzräume finden. Manche Hausnutzer wie die Didgeridoo-Spieler siedelten in den Jugendkotten um; andere wie Kraftraum- und Beatkellernutzer/innen musste man auf den Herbst vertrösten. Für die s.g. „offenen Bereiche“ als Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit hält das Team weiterhin regelmäßig Angebotszeiten vor. „Wir machen das LUNA für Kinder einen Sommer lang mobil und gehen mit den Jugendlichen Zelten“, erklärt Niermann. „wir besuchen die Kinder im Viertel auf ihrem Spielplatz und bringen im Spielmobilhänger “Flummi” alles mit, was Kinder zum Toben, Spielen, Basteln, Bauen brauchen und zur Not auch ein Dach gegen den Regenschauer“. Damit komme man den Aufenthalts- und Spielgewohnheiten der Kinder entgegen, die in der wärmeren Jahreshälfte andere sind als im Winter, was sich in der Frequentierung des LUNA niederschlägt. Von Montag bis Donnerstag besucht das Team ab Mai vier Standorte in Sennestadt. Am Freitag klappert das LUNA Shuttle gleich alle vier Stationen ab, um Kinder ab 7 Jahre zum Jugendkotten am Huckepackweg zu bringen. „Dort gibt es viel Platz für Wald- und Wiesenspiele und bei schlechtem Wetter machen wir es uns auf der Deele oder in der guten Stube des Kotten gemütlich beim Spielen, Kochen oder Werkeln“, verspricht Jorge Jacobs, der die Aktionen mit Rita Grale pädagogisch begleitet. Der Service ist kostenlos, dennoch braucht es einen „Fahrschein“, auf dem die Eltern ihr Einverständnis erklären. Und damit die Eltern auch unterwegs ihr Kind erreichen können, wird eigens eine mobile Hotline eingerichtet. Mädchen-Club im Kotten Der LuKi-Girls-Club nimmt seinen Betrieb auch im Jugendkotten auf. Allerdings müssen die Mädchen sich selbst zum Mittwochstreff von 16 bis 18 Uhr dort einfinden. Dann stehen wieder Spiele und kleine Unternehmungen in neuer Umgebung mit Rita Grale auf dem Programm, ohne dass die Jungen reinreden können. LUNA-Zelt für's JugendCafé Auch Jugendliche sind im Kellergeschoss des LUNA an sonnigen Tagen schwer zu „halten“ und suchen eher öffentliche Nischen im urbanen Raum. So entstand die Idee, als Anlaufstelle für die Schließungszeit ein Zelt gleich neben die Container aufzubauen. Die Zeltausstattung wollen Anke Stork und Ulrike Becker mit den Besucher/innen ab dem 4. Mai zusammen entwickeln und sowohl passende Freizeitaktivitäten entwickeln als auch die bewährte „Beziehungsarbeit“und praktische Unterstützung zur Lebensbewältigung wieder aufnehmen. Auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich im „Pavillonprojekt“ als Initiative für eigenes jugendliches Engagement zusammengefunden haben, wollen im LUNA-Zelt ihren „Ideentreff“ wieder aufnehmen. Die Idee, mitten im Standzentrum einen sommerlich luftigen Raum zum Chillen aufzuziehen, findet Initiativensprecher Joscha Conze „reizvoll“. Die neuen Erfahrungen dieses Sommers sollen dann frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ in die weitere LUNA-Konzeption einfließen. So gesehen macht das LUNA-Team aus der Not eine Tugend.
Der „Flummi-Fahrplan“ montags: Spielplatz Maiwiese dienstags: Spielplatz am Stadion mittwochs: Spielplatz Donauallee donnerstags: Farnweg Heideblümchen Flummi-Zeit immer: 16 - 18 h freitags: Pendelverkehr mit dem LUNA-Shuttle von allen Stationen zwischen 15 und 15.30 h zum Jugendkotten und zurück 18 - 18.30 Uhr Die Öffnungszeiten für das LUNA-Zelt sind Di / Mi / Do 17 – 20.30 Uhr und Fr / Sa von 19 bis 22 Uhr in Selbstverwaltung der Pavillon-Initiative.
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